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Die BierMöslBlosn am Tegernsee

Gebrüder Well alias Biermösl Blosn haben auf Einladung der Schutzgemeinschaft am 1. März 2008 in Rottach Egern zünftig aufgespielt. Wer die Biermösl Blosn schon einmal live auf der Bühne erlebt hat, der weiß, dass sie kein Blatt vor den Mund nehmen. So auch im Kur- und Kongresssaal vor über 400 Besuchern. Sie sangen, reimten und dichteten ungeniert über die fröhlichen Ur- und Mißständ’ im Tegernseer Tal. Kaum einer blieb verschont. Mal lasen sie den Tal-Bürgermeistern im Zusammenhang mit ihrem „Beisheim-Gymnasium“ die Leviten, mal dem rücksichtslosen Baulöwen Schörghuber, der in Gutsherrenmanier und der tatkräftigen Unterstützung seines Adjutanten von Preysing gewiss das Nordufer des Sees mit einem 5*-Wellnesstempel zubetonieren möchte. Respekt vor dem Kulturdenkmal „Gut Kaltenbrunn“ ist für diese Herren dabei ebenso wenig ein Thema, wie vor dem Bayerischen Verfassungsgerichtshof oder vor der Natur. Erwartungsgemäß waren gerade die, die sich die eine oder andere Strophe hätten hinter die Ohren schreiben können, ja müssen, an diesem Abend natürlich nicht da. Ob die Abwesenheit den am nächsten Tage bevorstehenden Kommunalwahlen geschuldet oder grundsätzlicher Natur war, bleibt dahingestellt. Dann sannen sie über den Ursprung der alpenländischen Lüftlmalerei, als möglichen Vorläufer des modernen Graffiti. Oder sinnierten über die Sinnhaftigkeit von Kreisverkehren. Ihr Repertoire schien schier unerschöpflich. Es war bissiges und zugleich brillantes Kabarett vom Feinsten. Begleitet von einem virtuosen Umgang mit unzähligen Instrumenten, vom Alphorn (mit Klingelbeutel!) bis zur Zitter, gepaart mit frechen, ja beinahe bösartigen Gstanzl’n. Frei nach dem Motto: Nichts kann so gemein und entwaffnend sein, wie die Wahrheit selbst. Bewundernswert ist ihre unglaubliche Begabung, die Dinge dabei immer auf den Punkt zu bringen. Und sie treffen zuweilen gar so richtig ins Schwarze. Wenn sie bei ihrem Auftritt beispielsweise die Ära Edmund Stoiber Revue passieren ließen. Oder wenn sie mit den Herren Politikern, gleich auf welcher Ebene, auf der ihnen ureigenen bajuwarisch-subversiven aber stets heiteren Art und Weise abrechneten. Was die Biermösl Blosn so besonders sympathisch macht: Sie singen halt, was sich die meisten nicht auszusprechen, ja vielleicht noch nicht einmal zu denken wagen. Das ganze dabei in eine harmlos anmutende bayerische Volksmusik verpackt. Gerade das macht diesen besonderen Reiz ihrer Auftritte aus. Bevor die drei am Ende und nach mehreren Zugaben mit Ovationen verabschiedet wurden, überreichte die umtriebige SGT-Vorsitzende, Angela Brogsitter-Finck, Hans, Michael und Stofferl als Dank drei vielsagende Karikaturen, aus der Feder von Hans Reiser. Und schließlich wurden sie als Ehrenmitglieder in den Kreis der Schutzgemeinschaft Tegernseer Tal aufgenommen. Uwe Jennerwein

Mehr Informationen erhalten Sie unter: http://www.biermoesl-blosn.de/

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