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Rundbrief November 2008

1. Im Zusammenhang mit dem Aufsehen erregenden Urteil des Bayerischen Verfassungsgerichtshofs im Juli 2008, dass der Bebauungsplan für Gut Kaltenbrunn am Tegernsee die Belange des Denkmalschutzes in sachlich schlechthin nicht mehr zu rechtfertigender Weise missachtet und damit gegen die Bayerische Verfassung verstößt, veranstaltet die Bayerische Akademie der Schönen Künste am Mittwoch, den 12. November 2008, um 19 Uhr in ihren Räumen am Max-Joseph-Platz 2 (Eingang links vom Residenztheater) ein Symposion, das den Umgang mit unserer bayerischen Heimat grundsätzlich zur Diskussion stellt und fragt: „Wem gehört die bayerische Heimat?“ (Fremdenverkehrsindustrie und Landschaftsverwertung). Interessierte sind herzlich eingeladen. 2. Nach der Urteilsverkündung Ende Juli haben sich unzählige Initiativen aus ganz Bayern gemeldet (Isental, Auerberg, Oberpfaffenhofen, Holzkirchen, Spar-dir-Aladin, Regensburg St. Emmeram, etc.), um zu gratulieren und sich zu informieren. Ebenso ergaben sich Kontakte mit bekannten Persönlichkeiten, die ihre Unterstützung anboten, z.B. der über Bayerns Grenzen hinaus bekannte Filmemacher und Buchautor Dieter Wieland. Auch mit dem „Dichter des Positiven“ (SZ zu seinem 70sten Geburtstag im November 2007) kamen wir durch Kaltenbrunn ins Gespräch. Prof. Dr. Helmut Zöpfl kann sich mit 5 Doktoren-Titeln schmücken, hat mehr als 70 Fachbücher in den Bereichen Pädagogik, Philosophie, Theologie und Naturwissenschaften geschrieben, war lange Lehrstuhlinhaber für Schulpädagogik an der Münchner LMU, ist Mitglied des nationalen Drogenrates und der Enquete-Kommission der Bundesregierung zur Bekämpfung der Gewalt. Doch richtig populär gemacht hat ihn sein Hobby, das Dichten, und zum auflagenstärksten bayerischen Mundartdichter unserer Tage. Und zu unserer großen Freude hat er sofort angeboten, in dieser Funktion zu uns zu kommen. Am Donnerstag, den 27. November 2008, 19.30 Uhr führt uns Prof. Helmut Zöpfl "Bayerisch durchs Jahr" im Barocksaal des Tegernseer Schlosses. Die musikalische Umrahmung gestaltet Sepp Kandlinger mit seinen Freunden. Prof. Zöpfl erhielt ein gutes Dutzend Literaturpreise, das Bundesverdienstkreuz und den Bayerischen Verdienstorden. Wofür sich Prof. Zöpfl in seinen vorwiegend heiteren, aber auch tröstenden Gedichten und Geschichten engagiert, die er mit Herz, Verstand und Witz zu Papier bringt, lässt sich in einem Satz fassen: für das positive Denken in allen Lebenslagen. Eintritt: € 10,-, Schüler/Studenten € 6,-, - Kartenverkauf an der Abendkasse und bei A. Brogsitter, Tel./Fax 08022/76471 Ich hoffe, dass möglichst viele diesen besonderen Abend mit uns gemeinsam genießen. Abschließend noch einige aktuelle Notizen zu Kaltenbrunn.Am 18.09.2008 haben wir die 3.400 Postkarten zusammen mit Martin Wölzmüller vom Bayeri schen Landesverein für Heimatpflege und Prof. Hans-Busso von Busse von der Bayerischen Akademie der Schönen Künste in der Staatskanzlei abgegeben. Kurz darauf wurden wir von Herrn Schörghuber beschuldigt, sein Urheberrecht verletzt zu haben, außerdem seien die Fotomontagen verfälscht und verfremdet. Was das Urheberrecht angeht, so haben wir lediglich unser Petitionsrecht ausgeübt und zu den Angaben unserer Fotomontage äußerte sich Schörghuber-Sprecher Volker Lösch im Gespräch mit sueddeutsche.de bereits im September 2007 bestätigend (zu lesen auf der Internetseite www.sueddeutsche.de/bayern/bildstrecke/702 als Bildunterschrift im Artikel „Landschaftsschutz am Tegernsee, Kampf um ein Idyll“). Der schlechte Zustand des früheren Gutsverwalter- bzw. Gesindehauses, vor allem des Dachs, wurde mehrfach auch von Gmunder Bürgern beklagt. Trotz Zusagen ist bis heute hier nichts geschehen. Dafür vernagelte ein rund 2 Meter hoher Bretterzaun das Gut, wegen Unzulässigkeit wurde dieser inzwischen wieder abgebaut. Entgegen der häufig geäußerten Annahme, die SGT sei Schuld daran, dass man nun den Biergarten nicht mehr genießen könne, sei gesagt, dass ohne Popularklage am 01. September die Bagger angerollt wären, um ihre zerstörerische Arbeit zu verrichten... Die Bayerische Akademie der schönen Künste hat es sehr richtig formuliert: „Dieses Bauprojekt gefährdet unser kostbarstes Gut: die einzigartig schöne Landschaft und ein weithin bekanntes Kleinod bayerischer Heimat- und Baukultur.“ Jupp Brenners Pachtvertrag war bereits vor dem Urteil zum 01.09.2008 gekündigt worden. Im September hat der Gmunder Gemeinderat ein neues Bebauungsplan-Verfahren eingeleitet, „wenn das mit Karlsruhe negativ ausgeht, haben wir schon was in Vorbereitung“, so Bürgermeister von Preysing. Architekt Wegmann will nach der Aufstellung des neuen Bebauungsplans in etwa 8 Wochen einen Entwurf vorlegen. Die SGT hofft, dass namhafte Architekten, die Mitglieder in der Akademie sind, verschiedene Alternativen vorstellen werden. Ein Ort wie Kaltenbrunn hat es verdient, dass aus mehreren guten Vorschlägen die beste Lösung gesucht wird. Die SGT hat in einem Schreiben von 13.10.2008 Bürgermeister von Preysing gebeten, einen Kompromiss in enger und engagierter Zusammenarbeit mit Gemeinderat, Bauwerber Schörghuber, Denkmal- und Landschaftspflege zu suchen, der sorgsam mit Denkmal und Landschaft umgeht und ein schönes, zukunftsweisendes Hotel an diesem einmaligen Standort erlaubt. Unsere konstruktive Unterstützung dabei haben wir ihm angeboten. Das Jahr 2008 hat uns nach sieben Jahren des unermüdlichen Kämpfens um ein kostbares Erbe einen wunderbaren Erfolg beschert. Wir wissen aber alle, dass uns noch manches bevorsteht und wir ständig auf der Hut sein müssen. Mit Ihrer aller Unterstützung erhoffen wir, für die Baukultur Bayerns und die außergewöhnliche Schönheit des Tegernseer Tales ein weitsichtiges Vorgehen zu erreichen, mit dem Ziel, einen kulturellen Wert dauerhaft für Generationen zu sichern. Wir danken allen Mitgliedern für ihre Unterstützung – moralischer und auch finanzieller Art – und wünschen Ihnen von Herzen einen guten Jahresausklang! Mit freundlichen Grüßen Angela Brogsitter-Finck für den Vorstand der Schutzgemeinschaft Tegernseer Tal P.S.: Das Engagement für Kaltenbrunn hat unser finanzielles Polster stark strapaziert. Für unsere weiteren, gemeinsamen Aktivitäten freuen wir uns über Ihre Zuwendungen mit dem besten Dank schon jetzt!

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