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Der Schmetterlingsgarten: Wie ein königlicher Park zum Parkplatz wurde

Als König Max I. Joseph im Jahre 1817 die ehemaligen Klostergebäude in Tegernsee erwarb, um sie zu einer königlichen Sommerresidenz umzugestalten, erteilte er dem Gartenarchitekten von Sckell, berühmt durch weithin bekannte Werke wie den Englischen Garten in München und die Erweiterung des Nymphenburger Parks, den Auftrag zur Gestaltung der Gärten. Sckells Aufgabe war es, das 4,2 ha große Areal um das Schloss zu einem Privatgarten des Königs im Landschaftsstil zu gestalten. Der Garten umfasste damals das gesamte Gelände südlich und westlich der heutigen Seestraße bis hin zum Seeufer. Auch das nördlich der Seestraße und westlich des Salvatorwegs gelegene königliche Remisengeviert, sowie den Uferstreifen bis zur Point wurden in die Planung einbezogen. Neben den privaten Belangen des Königs wurden bei der Gestaltung des Gartens auch allgemeine öffentliche Interessen berücksichtigt wie ein freier Zugang zu Kirche, Brauerei und Bräustüberl. Der Fahrweg an der Schloss- und Uferpromenade sollte eine ausreichende Breite aufweisen. Im Stil des englischen Landschaftsgartens wechselten sich auf den Rasenflächen Baumgruppen und Gehölze mit Solitärpflanzen ab, dazwischen entstand ein Geflecht geschwungener Wege. Westlich der Schlossfassade, also im späteren Schmetterlingsgarten, stand Sckell mit zwei Hektar Fläche genügend Raum zur Verfügung, um einen kleinen Landschaftsgarten anzulegen. Aus unterschiedlich großen Baumgruppen lässt er fast ein Wäldchen entstehen, das sich nach Süden zu einer großzügigen Wiese öffnet, dem Kernstück des Gartens. Öffentliche und private Bereiche wurden geschickt gegeneinander abgegrenzt, ohne die Harmonie und Einheit des Gesamtbildes zu beeinträchtigen. König Max I. Joseph beauftragte Sckell nicht nur mit der Anlage des Schlossgartens, auch in der Umgebung sollten Veränderungen in Form von Spazierwegen und Anpflanzungen vorgenommen werden. Nach dem Tod von Sckell 1823 und des Königs Max I. Joseph 1825 beauftragte Prinz Carl Anfang der 1870er Jahre Carl von Effner mit einer Überplanung des Schlossgartens, der aber die Sckellsche Anlage im wesentlichen beibehielt. Der Name Schmetterlingsgarten geht zurück auf ein Blumenbeet, das in Form eines Schmetterlings gestaltet war und zur Zeit Herzog Carl Theodors kurz nach 1900 entstanden ist. In den 60er Jahren wurde der verbliebene Garten öffentlich zugänglich gemacht und die Uferpromenade verbreitert. Der königliche Laubengang, der sich unmittelbar an der Schloss-Südseite befand und einstmals Schutz vor der Witterung bot und an den sich viele noch erinnern können, ist verschwunden. Am Schmetterlingsgarten können heute – angesichts der Autoparkflächen – nur noch Kundige etwas von der Existenz des Sckell-Gartens erahnen. Aus denkmalpflegerischen und touristisch-wirtschaftlichen Gründen wäre es wünschenswert gewesen, eine Erhaltung bzw. Wiederherstellung der Anlagen anzustreben, damit Garten, Schloss und Spazierwege ein reizvolles Ensemble darstellen. Die Einheimischen und Besucher hätte es sicher erfreut. Ex-Minister Thomas Goppel meinte im vergangenen September: „Historische Orte sind Magnete für Touristen“. Dafür allerdings scheint es jetzt zu spät.

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