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Rundbrief Dezember 2009

Anfang November erreichte uns eine sehr traurige Nachricht. Unser Freund, Weggefährte und Ehrenmitglied Prof. Hans-Busso von Busse verstarb am 7. November. Mit unerschütterlichem Mut, Fachwissen, Engagement und Liebe zur Heimat hat er uns in all den Jahren zur Seite gestanden.Baukultur hatte für ihn auch heute noch immer mit Schönheit zu tun. Einer seiner Wahlsprüche war für ihn und wird auch weiterhin für uns Antrieb und Ansporn sein, niemals aufzugeben: „Die Stimme der Vernunft ist leise, aber sie ruht nicht, ehe sie sich Gehör verschafft hat“ (Sigmund Freud). Wir werden ihn nicht vergessen und sein Engagement für das Kleinod Gut Kaltenbrunn in seinem Sinne fortführen. Auch nach dem sensationellen Urteil des Bayerischen Verfassungsgerichtshofes vom 22.7.08 war uns allen klar, dass damit Gut Kaltenbrunn noch lange nicht gerettet ist. Der Verfall u.a. des Gesindehauses, einem der ältesten Baudenkmäler des Tals und von den Mönchen wie vom König so fein in den Vierseithof eingefügt, schreitet unaufhaltsam voran. Nach vielen vergeblichen Versuchen, die Untere Denkmalschutzbehörde am Landratsamt zum Vollzug des Bayerischen Denkmalschutzgesetzes zu bewegen und Maßnahmen zum Erhalt des denkmalgeschützten Baubestandes vom Eigentümer einzufordern (wie es übrigens auch im Fall „Maximilian“ in alle den Jahren bis vor kurzem nie geschehen ist) hat unser engagierter und fähiger Anwalt Fabian Gerstner am 20.11.09 eine Petition an den Bayerischen Landtag gerichtet: Wegen Vollzug des Bayerischen Denkmalschutzgesetzes und unterlassener Maßnahmen zum Erhalt des Denkmalgeschützen Baubestandes, um weiteren Schaden vom Gesamtensemble „Gut Kaltenbrunn“ abzuwenden und dessen dauerhaften Erhalt zu sichern. Um den vereinbarten Gutsbesichtigungstermin der Behörden und Eigentümer abzuwarten, hatten wir die Petition immer wieder zurückgehalten.Als allerdings der vereinbarte Termin für die Ortsbegehung Anfang November wieder abgesagt wurde, entschlossen wir uns, endlich zu handeln. Bei einem in der Zwischenzeit stattgefundenen Termin kommen die Behörden zwar zu dem Schluss, das Gut sei winterfest, aber die Fotos und Feststellungen zweier Nichtmitglieder beweisen eindeutig, dass nach wie vor grobe Mängel vorhanden sind. An dieser Stelle den Herren Hans-Jürgen Menge und Norbert Laube herzlichen Dank für ihren Einsatz und ihr andauerndes Engagement. Inzwischen ist auch öffentlich bekannt, dass das beliebte Strandbad Kaltenbrunn gekündigt wurde. Auch hier wird, wie gewohnt, die SGT zum Sündenbock gemacht und an den Pranger gestellt. Tatsache aber ist, dass bereits 2007 wegen der damals geplanten Baumaßnahmen auf Gut Kaltenbrunn alle Pachtverträge von der Firma Schörghuber gekündigt wurden. Es ist sehr bedauerlich, dass vor allem ein Bürgermeister fortwährend mit groben Unwahrheiten Unfrieden in seiner Gemeinde stiften will – gegen besseres Wissen! Immer wieder haben wir klargestellt, dass wir nie gegen ein Hotel in Kaltenbrunn waren. Gegen Größe und Umfang haben wir protestiert, gegen Verstöße in Sachen Denkmal- und Landschaftsschutz und gegen Fehler im Genehmigungsverfahren der Gemeinde. Dies wurde vom Obersten Bayerischen Verfassungsgerichtshof eindeutig bestätigt. Die SGT hatte gleich zu Beginn mit dem Hof-in-Hof-Konzept der Architekten Weber einen allgemein als schlüssig empfundenen Gegenvorschlag für ein Hotel gemacht. Die anhaltende Unfriedensstiftung von Seiten des Bürgermeisters kann nicht zum Wohle und im Interesse der Gemeinde sein. Hinsichtlich des „Maximilian“ in Gmund sind in all den vergangenen Jahren auch hier die Behörden nicht ihrer in der Verfassung verankerten Pflicht nachgekommen. (Bayer. Denkmalschutzgesetz, Artikel 4) dafür zu sorgen, „dass der Eigentümer sein Baudenkmal instand hält, instand setzt, sachgemäß behandelt und vor Gefährdung schützt.“ Eigentum verpflichtet und das eines Baudenkmals in besonderem Maße. Der Maximilian ist von städtebaulich hoher Bedeutung, ein städtebaulicher Pfeiler im Ortskern von Gmund und mit hohem Identifikations- und Erinnerungswert für viele Bürger. Unter anderem ist es dem mutigen und engagierten Einsatz einer Gmunder Gemeinderätin zu verdanken, dass das Gebäude durch das Landratsamt nun wenigstens winterfest gemacht wurde. Ein wieder eröffneter Dorfgasthof wäre ein Gewinn für Gmund. Positiv zu bewerten ist der Dialog der Gemeinde Bad Wiessee und ihrem Bürgermeister Peter Höß mit der SGT. Hoffnung keimt auch auf in Bezug auf das für Bad Wiessee überlebenswichtige Jod-Schwefelbad. Zum 100. Geburtstag soll dieses „Geschenk der Natur“ - so die Vorsitzende des „Vereins der Freunde und Förderer des Jod-Schwefelbades“ Birgit Trinkl ins Bewusstsein rücken, wie die Tatsache, dass Bad Wiessee seit 100 Jahren mit und von dem Heilwasser lebt. „Kleiner und feiner“ - die SGT unterstützt alle Bemühungen in dieser Richtung und hofft, dass entweder die Gemeinde selbst oder aber ein passender Investor endlich die notwendigen Sanierungen anpacken. Traurig gestimmt haben uns die Abrissgenehmigungen für den schönen Jägerhof und das vom großen Architekten Degano gebaute Haus Jungbrunnen am Ende des Adalbert-Stifter-Wegs, einst zugehörig zum Jod-Schwefel-Bad Ensemble als Direktorenvilla. Unser geschätzter Seegeist schreibt in seiner Kolumne vom 21/22. 11. 09 sehr treffend: „Beim Maximilian wurde mir wieder bewusst, dass unser Tal nicht nur mit Neubauten zugepflastert wird, sondern dass wir unablässig auch an Baukultur verlieren.....“ Ortsbild prägende Zeugen unserer Kulturgeschichte, die den eigentlichen Charme, den Reiz, das Besondere unserer „Heimat“ ausmachen, werden ausschließlich gewinnorientierten Investoren zu Liebe ausgelöscht. „Vor dem großen Kapital verneigt man sich.“ In Tegernsee erschrecken neben den Dauerbrennern „Schmetterlingsgarten“, Leeberg, Haertlewald – fast nicht zu glauben werden hier trotz offensichtlicher Gefahr auch noch die letzten Grünflächen und sogar Bergwald zugepflastert – jetzt im Herbst, nachdem das letzte Laub gefallen ist, der Anblick des seit Jahren bereits genehmigten, aber erst im vergangenen Jahr realisierten Anbaus am Hotel Bayern und die Abholzung am Westerhof. Und die Firma Lidl hat es nach drei Ablehnungsentscheiden durch die Bürger des Tegernseer Tals nun endlich auch an den Tegernsee geschafft, um das Feld nicht dem inzwischen abgebrannten Konkurrenten Aldi alleine zu überlassen. Es klingt fast wie Hohn „Lidl als Rezept gegen Überalterung“, so Bürgermeister Peter Janssen. Er setzt sich auch noch an die Kasse, wohl wissend, welchen Schaden er dem Tegernseer Einzelhandel zufügt, der sich dank Lidl in seiner Existenz bedroht sieht.: Und die beim Deal ausgehandelten Sozialwohnungen finden nicht einmal reißenden Absatz.... Leer stehende Geschäfte sind gerade in Gemeinden, die abhängig vom Tourismus sind, ein äußerst negatives Aushängeschild. Auch der geplante Seeuferweg und Steg zwischen Macke Anlage und Länd von ca. 185 m Länge bedeutet eine weitere Verbauung des Seeufers und wirft erhebliche Fragen zum Landschafts- Natur- und Gewässerschutz auf. Ganz abgesehen von der Wirkung als Präzedenzfall für andere Gemeinden am Tegernsee und andere bayerischen Seen. Die architektonisch wenig ästhetische Gestaltung beeinträchtigt ganz erheblich das gewachsene Tegernseer Uferlandschaftsbild. “Faszinierende Lebensräume schützen“ soll ein neues Netzwerk „Lebendige Seen“ in Deutschland. Initiator ist die Umweltstiftung „Global Nature Fund“ (GNF) mit Sitz in Radolfszell. Wir haben Kontakt aufgenommen. Was den Tegernsee als Hochwasserrückhaltebecken angeht wurden wir vor einigen Wochen informiert, dass unabhängige Sachverständige anscheinend erhebliche Bedenken angemeldet haben und die Sache deshalb momentan auf Eis liegt. Am 8.10.09 lud die SGT zu einem Vortrag „Leben mit Naturgefahren“ - zur Situation der geologischen Gefährdung im Tegernseer Tal. Referenten waren der Geologe Dr. Andreas von Poschinger (Landesamt für Umwelt München) und Ully Schweizer, Forstdirektor beim Amt für Landwirtschaft und Forsten in Wolfratshausen. Viele Interessierte folgten unserer Einladung. Allerdings blieben trotz Experten Fragen nach wie vor offen. Herr Schweizer hat uns eine gemeinsame Waldbegehung für Interessierte angeboten, darauf werden wir sicherlich zurückkommen. Erfreulicherweise kann ich Ihnen auch positive Beispiele nennen, die einen behutsamen Umgang mit unserem Kulturerbe zeigen. In Festenbach (Gemeinde Gmund) ist im Kapellenweg der alte Bauernhof „Beim Staller“ mit unglaublicher Liebe zum Detail seit einem Jahr wieder hergerichtet worden, und oberhalb der Töpferei wurde das schönste „Austragshäusl“ weit und breit von einem Münchner Ehepaar liebevoll restauriert. Ein Abstecher lohnt sich! Zu den verschiedentlich, besonders in böswilligen Leserbriefen geäußerten Vorwürfen, die SGT kümmere sich ausschließlich um Großprojekte und nicht um Privathäuser kleineren Formats, ist zu bemerken: Wir haben keinerlei kommunale Rechte, keine öffentlichen Befugnisse, erhalten keine Pläne aus erster Hand, sind darauf angewiesen, dass wir Missstände selbst herausfinden oder darauf aufmerksam gemacht werden. Wir haben auch weder die personellen, noch die finanziellen Möglichkeiten, ums um jedes bereits existierende Privathaus zu kümmern. Selbstverständlich hat sich jeder Bauherr an die ortsüblichen Gestaltungskriterien zu halten (auch wenn es sich um feinste Bauhausarchitektur handelt). In diesem Zusammenhang fallen mir z.B. wirklich erschreckende Bausünden ein: Van der Elst Haus in Bad Wiessee (Besitzer inzwischen weiter gezogen), weiße – auf bayerisch getrimmte Protzvilla in der Riederstein Straße, Tegernsee Süd, „Haus Lieselotte“ in Tegernsee mit den scheußlichen Plastikbalkonen (neben der stilvollen „Serbenvilla, die als gutes Beispiel hätte dienen können). Wenn uns die immer selben „Meckerer“ tatkräftig unterstützen würden, wäre mehr möglich. Aber der Kreis der Aktiven, denen ich an dieser Stelle ganz herzlich für ihren Einsatz danke, ist sehr klein. Wir freuen uns über jede hilfreiche Hand. Auch jede noch so kleine Spende ist willkommen, damit wir der Vielzahl unserer Aufgaben weiter nachgehen können. SGT Kto Nr. 178 517 BLZ 711 525 70 Kreissparkasse Miesbach-Tegernsee Im vergangenen Jahr war in allen Zeitungen und Magazinen über Millionenverluste bei diversen bekannten Luxushotels (Obersalzberg, Wörthersee) und eine Talfahrt von Hotelimmobilien zu lesen. Auch unser „Flaggschiff“ Hotel Überfahrt, das den einmaligen Malerwinkel für alle Zeiten zum Negativen verändert hat, erlebt nicht nur den soundsovielten Betreiber und Manager – es will nun auch den kleineren Geldbeutel ansprechen. Im Münchner Merkur vom 28./29. 11.09 war zu lesen „wie kleine Familienhotels große Luxusherbergen in den Schattens stellen“ und...“über eine neue Bescheidenheit“! „Man besinnt sich auf die Rückkehr zur Tradition.“ Ein bemerkenswertes Beispiel für die neue Besinnung ist das Hotel „Heritage“ in Hallstatt im Salzkammergut. 54 Zimmer in drei renovierten, aber in ihrer historischen Substanz intakten Häusern mitten im alten Ort. Dieser Ort – die Gegend wird seit 7000 Jahren von Menschen bewohnt – ist Weltkulturerbe und hat es verstanden, sein Erscheinungsbild am Ufer des Sees zu bewahren!! Man versucht, den Gästen den Charme des Ortes, die Geschichte, Heimatverbundenheit und die schöne Natur nahe zu bringen – so die Hoteldirektorin. „Die Menschen kommen zu uns, um einfach mal Urlaub zu machen – mehr nicht.“ So einfach kann es gehen – mit gesundem Menschenverstand (und ohne kostspielige Beraterfirmen!!) Mit diesem positiven Beispiel möchte ich schließen und Ihnen allen – auch im Namen meiner Kollegen und Mitstreiter, herzlich für Ihre Unterstützung und Treue danken, Ihnen ein frohes Weihnachtsfest wünschen und für 2010 Gesundheit und Freude an Landschaft, Natur und unserem noch vorhandenen wertvollen kulturellen Erbe. Ihre Angela Brogsitter-Finck für den Vorstand

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