Aktuelles

- Aktuelles

- Veranstaltungs-
  kalender


- Archiv


Zum Jahresende 2010

Der Tegernsee als landschaftliches Kleinod und touristisches Kapital als Speicherbecken für den Hochwasserschutz? Das Wasserwirtschaftsamt Rosenheim hat im November den Talbürgermeistern und Gemeinderäten seine "sanftere Lösung" zum Speicherbecken Tegernsee vorgestellt und - wie es scheint - signalisierten die Talvertreter verhaltene Zustimmung. Das neue Konzept sieht eine geringere Veränderung des Wasserpegels vor; durch die aktuelle Planung soll sowohl für die Seeanlieger als auch für die Mangfallunterlieger ein besserer Hochwasserschutz erreicht werden. Statt der ursprünglich angedachten 2 Wehre soll es nur noch eins geben; so lässt sich der Seepegel nur im Rahmen der natürlichen Schwankungsbreite steuern. Der Seewasserspiegel wäre im Fall der Fälle 30 Zentimeter niedriger, die Höhe der Hochwasserwelle im unteren Mangfalltal verringere sich um 20 Zentimeter. Das bestehende Schuhmacherwehr auf der Höhe der Papierfabrik wird abgerissen und durch einen höheren Neubau ersetzt. Im gleichen Zug soll die Mangfall zwischen Seeauslauf und Wehr keilförmig bis zu einem Meter vertieft werden. So entsteht ein stärkeres Gefälle in Richtung Mangfall. Allerdings müsste das Ufer in diesem Bereich durch Hochwasser- Schutzmauern gesichert werden, allerdings nicht mehr als 70 oder 80 Zentimeter hoch. Nach der Hochrechnung des WWA Rosenheim dürfte die Steuerung im Falle eines 100-jährigen Hochwassers auch 63 Anwesen rund um den Tegernsee vor Überflutung bewahren. Auf meine schriftliche Anfrage vom November nach dem voraussichtlichen Zeitplan, erhielt ich einen Anruf von WWA Bauoberrat Christoph Wiedemann, der versprach, die SGT Anfang des Jahres über alle Details separat zu informieren. Wir halten Sie auf dem Laufenden. Zu TEGERNSEE : - Der erweiterte Seeufersteg zwischen Länd und August-Macke-Anlage, zu dem die SGT im März 2010 eine Stellungnahme wegen der Zerstörung des historisch gewachsenen Uferlandschaftsbildes und als Präzedenzfall für andere bayerische Seen abgegeben hat, liegt momentan auf Eis. Für den Stegbau benötigt die Stadt auch das Okay der Bayer. Schlösserund Seenverwaltung, die das Vorhaben kategorisch ablehnt. Ihr oberster Dienstherr, Finanzminister Georg Fahrenschon, will über die Nutzung der Wasserfläche erst dann entscheiden, wenn das Verwaltungsgericht München die Klagen zu dem umkämpften Pfahlbau behandelt und eine Entscheidung gefällt hat. - Der Biergarten vor dem Tegernseer Bräustüberl, der in der jetzigen Form eher zu einer Kirmes als zu einem wertvollen, denkmalgeschützten Ensemble passt, darf bleiben, allerdings verkleinert, mit einem Pflanzensaum, gefälligeren Schirmen und einer dezenteren Beleuchtung. Ein positiver Schritt, ändert aber leider nicht viel an der - durch weitreichend geteerte Asphaltflächen - zerstörten einstigen Idylle des berühmten Schmetterlings-Garten. - Unsere Aufmerksamkeit wird sicher auch beim geplanten Neubau des Horn-Anwesens in der Hauptstraße und dem für 173 Stellplätze ausgerichteten Parkhausbau dahinter gefordert sein (Gelände 100% überbaut). - Am Leeberg fragte auch kürzlich unser geschätzter "Seegeist" den Sprecher des Landratsamtes, wie es inmitten einer bungalowartigen Nachbarschaft einen Bau genehmigen konnte, der alle Maßstäbe sprengt und gegen den ersten aller Grundsätze verstößt: "Einfügen in die Umgebungsbebauung". Von der direkten Nachbarschaft wurde uns von neuen Rissen berichtet. Der Film von Dr. Meinhard Prill, der im vergangenen Januar diese Problematik eindrucksvoll dokumentierte, wurde übrigens vom Bayerischen Rundfunk für den GRIMME-PREIS eingereicht. So zieht das Thema weitere Kreise. - Ebenfalls am Leeberg wurden wir von Nachbarn auf ein denkmalgeschütztes Haus (von 1860, Bauherr Arnulf Graf von Deym, die älteste Villa im alpenländischen Landhausstil) in der Froumundstraße aufmerksam gemacht. Das Haus ist durch jahrelange Vernachlässigung in schlechtem Zustand, ähnlich dem inzwischen abgerissenen, von Degano erbauten Haus "Jungbrunnen" in Bad Wiessee. Der neue Besitzer, eine Immobilienfirma, plant den Abriss und den Bau von 3 Mehrfamilienhäusern. Wieder verliert das Tal auch hier Geschichte, Erinnerung, Atmosphäre und es ist gut, dass es Bürger gibt, die sich dagegen wehren. Die Verleihung unserer beiden "Lichtblicke 2010" hat bewiesen, wie Bürgerengagement fast verloren geglaubte historische Bausubstanz zu Schönheit und neuem Leben erwecken kann (Hotel Luitpold in Tegernsee und Zuhäusl am Zahlersberg in Festenbach). Ein weiteres Juwel steht schon auf unserer Liste, ein liebevoll restaurierter denkmalgeschützter Bauernhof aus der Mitte des 17. Jahrhunderts in Festenbach. Zu BAD WIESSEE : - Erfreulicherweise haben sich zum Neubau der Polizeiboot-Hütte schon einige Bürger kritisch zu Wort gemeldet und angefragt, warum ein so kleines Boot eine so große Hütte braucht. Vor allem wegen des Standorts westlich der Söllbachmündung, wo das Ufer beim Bau des Uferweges aufwändig renaturiert wurde und rund um den See alles getan wird, um den Uferbereich von neuer Bebauung freizuhalten. Das lässt hoffen, dass z.B. zwischen Grieblinger-Bad und Yachtclub ein landschaftsverträglicherer Standort gefunden wird. - Eine positive Entwicklung zeichnet sich beim Thema "Kurviertel" ab. Im Stillen, so heißt es, wird weiter am Kursbuch für die Zukunft geschrieben. Eine eigene Arbeitsgruppe um Bürgermeister Peter Höß und den Architekten Eberhard von Angerer (auch dabei ein Mitglied der SGT) entwickelt neue Ideen im Zusammenhang mit dem im vergangenen Mai vorgestellten Flächennutzungsplan und den dazu eingegangenen Stellungnahmen. Das Ergebnis soll voraussichtlich noch im Dezember öffentlich vorgestellt werden. Was das Jodbad angeht, so Peter Höß, sind die Verhandlungen auf einem guten Weg. Das lässt hoffen! Zu GMUND : - Was unseren Dauerbrenner Gut Kaltenbrunn angeht, so ist es uns inzwischen gelungen, zu den verantwortlichen Behörden ein positives Verhältnis aufzubauen. Laut Kenntnisstand des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege ist die Umsetzung eines denkmalgerechten Konzeptes zur Neunutzung derzeit nicht absehbar, so dass regelmäßige Notreparaturen und Provisorien das Erscheinungsbild vermutlich zunächst auch weiterhin im negativen Sinne prägen werden. Die Anregung der Gmunder Bürgerwerkstatt für ein 4-Sterne Ökohotel bezeichnete Frau Asenstorfer als "Luftschloss", obwohl die vor fast 2 Jahren am Eingang des Gutes aufgestellte Info-Tafel genau diese Vision von Frau Schörghuber suggeriert. (Die viel versprechenden Pläne a la Hermannsdorfer Landwerkstätten scheinen leider ad acta gelegt.) - Sowohl bei Kaltenbrunn, als auch beim Maximilian kommen einem die Worte von Exminister Thomas Goppel in den Sinn: "Historische Orte sind Magnete für den Tourismus". Und die Gemeinde Gmund hat gleich zwei solch kostbarer Denkmäler. Für den Gasthof Maximilian steht laut Bürgermeister von Preysing ein Aktionsplan. Als Ergebnis aus der Bürgerwerkstatt legte eine Expertenrunde fest: Der denkmalgeschützte Bau soll erhalten bleiben, zwei weitere Neubauten und großzügige Freiflächen für eine Gastronomie sollen auf dem Grundstück entstehen, dazu eine Tiefgarage. Evtl. Tourist-Info und Regionales Schaufenster im Maximilian. Laut Herrn von Preysing gibt es zwei bis drei ernsthafte Kandidaten, die den Gasthof aus seinem traurigen Dasein retten wollen. Verhandlungen seien im Gange. Die Firma QUEST aus Rosenheim hat etliche Ruinen im Landkreis zu neuem Leben erweckt - in Rosenheim, Kolbermoor, eine umsichtige Planung des Weyarner Klosteranger-Areals hat begonnen. Vielleicht kämen sie auch für den so wichtigen Gmunder Dorfmittelpunkt in Frage. - Was die Kreuzstraße betrifft, so sind die sehr massiven Bauarbeiten für das Logistik- und Abfüllzentrum der Brauerei in vollem Gange. Das Oberland ist mit einer traumhaften Kulturlandschaft gesegnet und nur deshalb kommen die Urlauber zu uns. Es ist erschreckend, wie leicht die verantwortlichen Behörden sich tun, Landschaftsschutzgebiet in Gewerbegebiet umzuwandeln. Die Egartenlandschaft mit ihrem Wechselspiel von Grünlandparzellen und Hagen ist kulturhistorisch bedeutend und seit seiner Entstehung 1955 fast 35 Jahre unangetastet geblieben. In den vergangenen 21 Jahren sind insgesamt 77,6 Hektar herausgenommen und bebaut worden, obwohl (so wieder Ex-Minister Thomas Goppel) der ganzen Fläche hohe Behutsamkeit verschrieben wurde. Laut Abwasserzweckverband (MM 02.12.2010) verschlingt der Kanalbau zum neuen Gewerbegebiet an der Kreuzstraße allein 300.000 Euro. Der bereits reservierte Standort der Abfüllanlage in Warngau neben der VIVO wäre nicht nur landschaftsverträglicher, sondern sicherlich auch günstiger gekommen. Ob und wann die Gewerbesteuer das aufwiegt? Bei einer vom Landratsamt Miesbach kürzlich organisierten Architekturausstellung in der Schlierseer Vitalwelt stand unter den aufgeführten "Leitsätzen" des Landkreises zu lesen: "Ab 2014 weniger Flächenverbrauch!“ Da schwant einem nichts Gutes und man schließt sich wieder unserem "Seegeist" an, der kürzlich das "Jennerwein-Lied" zitierte: "Es war ein Tal in seinen schönsten Jahren, es ward hinweggeputzt vom schnöden Geld ....." Stichwort "Stuttgart 21", Castor , etc. - immer mehr Menschen erkennen, wir verschmutzen unsere Luft, verbrauchen unsere Rohstoffe, experimentieren mit der Schöpfung, versiegeln und verschandeln unsere Heimat - hängt unser Glück tatsächlich nur vom ständigen Wirtschaftswachstum ab? Auch in unserer näheren Umgebung regt sich Widerstand und wir tauschen uns aus u. a. mit Initiativen in Schliersee und Miesbach. Unserer Einladung im Oktober mit dem Biologen und Naturschützer Alfred Ringler sind viele von Ihnen gefolgt. Auch sein Fazit ergab, dass nirgends in Bayern die ökologische Kapazität des Talraums stärker überschritten ist als im Tegernseer und Garmisch-Partenkirchener Talraum. Einladen möchten wir Sie schon heute zu einem weiteren hochinteressanten Lichtbildervortrag des bekannten Architekten HEINER FÖRDERREUTHER zum Thema GESTALT UND FUNKTION DES TEGERNSEER TALS. Heiner Förderreuther ist im Tal aufgewachsen. Er war Mitautor der Ausstellung "GRÜN KAPUTT, Landschaft und Gärten der Deutschen" und bis zu seiner Ruhestandsversetzung Leiter des Bauamts der Evangelischen Landeskirche. Termin: Freitag, 04. Februar 2011 um 19:30 Uhr Gasthof zur Post in Bad Wiessee. Wir hoffen, dass sich wieder viele von Ihnen diesen besonderen Abend nicht entgehen lassen werden.Abschließend danke ich Ihnen allen, auch im Namen meiner Kollegen, für ihre Treue und Unterstützung und wünsche Ihnen von Herzen ein zufriedenes,gesundes Neues Jahr 2011!!! Mit freundlichen Grüßen, Angela Brogsitter-Finck für den Vorstand P.S. Im Jahr 2011 stehen Neuwahlen an. Wer von Ihnen in unserem erweiterten Vorstand mitarbeiten möchte, bitte melden, wir würden uns freuen. Ebenso ist jede noch so kleine Spende willkommen (Kto. Nr. 178 517: BLZ 711 525 70 Kreissparkasse Miesbach-Tegernsee).

Startseite - Impressum - Datenschutz