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Stellungnahme der Schutzgemeinschaft Tegernseer Tal zum geplanten A-ja Hotel in Tegernsee-Sd

Sehr geehrte Damen und Herren,


auf dem knapp 10.000 qm großen Grundstück des ehemaligen Hypo-Vereinsbank-Ferienheims ist
ein familienfreundliches Hotel zu erschwinglichen Preisen sehr gut vorstellbar. Ein ansprechender, der Landschaft angepasster Gebäudeteil, sowie eine ausgedehnte Grünfläche, die Gäste anziehen
und zur Erholung einladen.

Leider sieht die Realität ganz anders aus. Als Maßnahme zur Innenverdichtung sieht der jetzt ausliegende Plan - im Vergleich zum vorherigen - eine Verdoppelung der Baumasse , sowie eine Verdreifachung der versiegelten Nebenfläche vor ! FÜNF GESCHOSSE - oberirdisch - auf sumpfigem Untergrund , obwohl die meisten Gebäude im Tal oberirdisch zwei- und dreigeschossig sind. Allein die Zahl der Nebenflächen für oberirdische Parkplätze erhöht sich drastisch von 1.570 qm auf 4.950 qm ! Es bedeutet eine fast komplette Versiegelung des gesamten Grundstücks (80 %) ; die gegenwärtigen Grünflächen werden praktisch zur Gänze vernichtet ! Dabei wäre dieses GRÜN umso wichtiger , angesichts der unmittelbaren Nähe des geplanten Hotels zum LIDL Supermarkt und dem verständlichen Wunsch der Bürger , Tegernsee nicht anhaltend weiter zu verstädtern !

Unsere Tourismus-Verantwortlichen preisen das Tegernseer Tal in sämtlichen Medien und Broschüren als PREMIUM-REGION an - dieses Billig-Hotelprojekt in Tegernsee Süd hat allerdings mit PREMIUM-MARKE nichts zu tun ! Warum sollten Gäste mit einem kleineren Geldbeutel nicht ebenso das RECHT haben, in Bezug zu Größe, Architektur, Gestaltung, Aussehen, ein einladendes Hotel vorfinden ? Und nicht ein von der Bauanlage als zusammengestückelt wirkendes Ganzes ? Hier fällt das vordergründig soziale Anliegen in sich zusammen . Wie üblich zählt für den Investor allein das Argument: „Wie kann ich das Meiste rausholen“ und nicht die Frage: „Wieviel kann ich in die Landschaft hineinbauen , ohne ihr in ihrer Substanz zu schaden !“ Der Investor kann das Objekt wieder veräußern ,
die Bürger des Tegernseer Tals müssen auf lange Zeit damit leben. Eine PREMIUM-REGION sollte den Anspruch haben , kein „Autobahn-Hotel“ zu befürworten, das KASERNENARTIG und monolithisch erscheint , sondern ein Hotel, dass sich der Tegernseer Baukultur , der Architektur des Ortes anpasst. In Kauf genommen wird hier eine massive optische Beeinträchtigung der EGERNER BUCHT und das Hotel wird gleichzeitig durch Größe und Höhe ein Bezugsfall für künftige Investoren-Begehren . Wir sollten uns die Frage stellen , warum wir - auch mit Rücksicht auf kommende Generationen - nicht sensibler und vorsichtiger mit unserem wertvollen Grund und Boden umgehen ?

Gerade liest man in zahlreichen Touristik-Blättern von vielen neuen KLEINEN, FEINEN und trotzdem ERSCHWINGLICHEN Hotels (z.B. an der Algarve) für den ganz normalen Urlauber, dem die Besonderheiten und Traditionen seines Reiseziels wichtig sind. Echte Traditionen sind - so die Erkenntnisse - absolut der HIT - müssen nur vermarktet werden. Ist das nicht mehr wert als eine seelenlose Bettenburg ? Und mit welchen Gästen will man die 300 Betten füllen ? Inwieweit schaden sie auch den zahlreichen familiär geführten Gästehäusern, Pensionen, Ferienwohnungen , berauben sie ihrer Kundschaft ? Preislich können letztere durchaus mit dem Preisangebot des A-ja Hotels mithalten. Wenn man dem Bericht der FAZ vom 23.6.13 glauben darf, so ist der Billigpreis von $ 39.- pro Person sowieso eine reine Mogelpackung, ein Lockvogel-Angebot , da jeder Handgriff und jedes Extra, wie Frühstück, Halbpension, Schwimmbad, Sauna,, Bademantel, etc. extra kostet und somit der Aufenthalt doch ein teures Vergnügen werden kann. Wer fühlt sich bei dauernder Rechnerei noch wohl und dazu bewegt, länger zu verweilen , was unser aller Wunsch und Anspruch ist ? Das dürfte uns mit diesem Konzept nicht gelingen.

Aufgrund des alten Bebauungsplans wird offensichtlich auf eine Umweltprüfung verzichtet, obwohl sich in den 2 0 Jahren des Stillstands ein naturnahes Biotop auf diesem Grundstück hat entfalten können. Mit mehreren geschützten Arten , sowie einem wertvollen Altbaumbestand. Es scheint offensichtlich politischer Wille , diesen Lebensraum fast in Gänze zu zerstören. Ebenso wenig scheinen Einwände und Bedenken bezüglich geologischer Risiken , z.B. durch Hangrutschungen in einer geologisch instabilen Zone , Gehör zu finden.

Nachdem die vom A-ja Betreiber regelmäßig geforderte massive Bebauung auch andernorts zu Einwänden bzw. Ablehnung seiner Vorhaben geführt hat (z.B. in Garmisch –Partenkirchen , Alpbach ), bittet die Schutzgemeinschaft Tegernseer Tal den Tegernseer Stadtrat , die Entscheidung nicht nur im Interesse seiner Bürger , sondern auch von Gästehaus-, Ferienwohnungsbetreibern, auch Pensionen , zu überdenken und einem in Höhe , Größe , Umgriff moderateren, der Landschaft angepassten Bebauungsplan den Weg zu ebnen. Eine Planung , die der PREMIUN-REGION TEGERNSEER TAL und auch kommenden Generationen gerecht wird !

Mit freundlichen Grüßen ,

Angela Brogsitter-Finck

für den Vorstand



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