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Im Sinne von Waakirchen

NEUERSCHEINUNG, Robert Schlaug: BAYERNS SCHATTENSEITE.
Flächenverbrauch ohne Ende? 1. Auflage, 2015, 148 Seiten, 128 Abb., Hardcover
Verlag PH.C.W. Schmidt, Neustadt, ISBN 978-3-87707-977-5, € 29,90.
Soeben erschienen!

Bayern ist Spitzenreiter im Flächenverbrauch. Täglich werden ca. 18 Hektar Bodenfläche (etwa 25 Fußballfelder) zugebaut. Bayerische Städte und Gemeinden übertrumpfen sich in der Ausweisung von Gewerbegebieten.Die Zersiedelung der Landschaft geht trotz des demographischen Wandels ungehemmt weiter. Neue und ausgebaute Verkehrswege zerschneiden die bayerische Landschaft. In den Dörfern und Städten verfallen die Häuser. In den Alt- und Innenstädten mehren sich die leerstehenden Geschäfte. Auf der grünen Wiese machen sich immer mehr Einkaufszentren
und Discounter breit. Die Uniformität der Stadt- und Dorfränder nimmt erschreckend zu.

In den Blickpunkt rücken, was sich häufig unserer bewussten Wahrnehmung entzieht. Nach dieser Devise dokumentiert der Fotograf Robert Schlaug diese Schattenseite des modernen Bayern. Ohne
Aufdringlichkeit und belehrende Kommentare zeigt er 128 Abbildungen des alltäglichen Bayern jenseits der Tourismus-Highlights. Dabei wird überdeutlich: Bayern verliert in allen Regierungsbezirken immer mehr von seiner allseits bewunderten Schönheit.

Richard Mergner, der Landesbeauftragte des BUND NATURSCHUTZ in Bayern, ergänzt den Bildteil durch eine sachkompetente Einführung in die Thematik des Flächenverbrauchs. Er benennt kritisch die Ursachen und Folgen, zeigt aber auch Lösungsmöglichkeiten auf.

 

"Die Bäume wachsen nicht in den HImmel" - dieser Satz hat sich mir schon in der Jugend eingeprägt.
Aus diesem Grund haben mich die Aussagen der Kreisräte Michael Lechner, Martin Walch, Thomas Mandl, Lorenz Rinshofer und Johann Hacklinger vor einigen Tagen im Kreistag besonders gefreut. Und wieder einmal ging es um eine Herausnahme aus unseren Landschaftsschutzgebieten. Widersprechen möchte ich hier auch unserem Landrat: es ergeben sich leider immer öfter und in immer kürzeren Abständen "diese Situationen, dass man Flächen herausnehmen muss, um eine Firma zu halten oder andere Betriebe anzusiedeln"! Und im Falle Waakirchen - wie sich herausgestellt hat - für eine Firma, die trotz Herausnahme nicht daran denkt, in Waakirchen zu verbleiben. Die Fragen müssen erlaubt sein :  wo liegen die Grenzen des Wachstums und kann eine Gemeinde nur mit Versiegelung von Flächen Wohlstand erreichen ?  Auch der Gedanke "interkommunale Gewerbegebiete" dürfte langfristig die einzig zukunftsorientierte Lösung sein, denn wie Lorenz Rinshofer kürzlich im Umweltlausschuss sehr richtig bemerkte: Wir müssen unsere Heimat erhalten - haben schon 20 Jahre lange Raubbau betrieben !" 2015 wurde zum "JAHR DES BODENS" proklamiert. Ein Kurzfilm des Dresdner Umweltinstituts IASS, geleitet von unserem ehemaligen Umweltminister Klaus Töpfer, macht die dramatische Situation für jeden erkennbar deutlich und seine Botschaft betrifft auch unseren Landkreis : "Wir übersehen ihn, wir treten ihn tagtäglich mit Füßen, dabei brauchen wir ihn wie die Luft zum Atmen, es gibt kein Leben ohne ihn, er ernährt uns ! Es ist höchte Zeit, dass wir den Boden schützen, wir sind für ihn verantwortlich ! In 2000 langen Jahren entstehen NUR  10 cm  fruchtbarer Boden, den wir in wenigen Jahren aufbrauchen - dabei ist er unwiederbringlich! Allein 2011 haben wir 24 Mrd Tonnen fruchtbaren Boden weltweit verloren, auf dem nichts mehr wächst. Fruchtbarer Boden ist endlich und deshalb unendlich kostbar. Für die stetig wachsende Weltbevölkerung brauchen wir gesunden Boden mehr denn je ! Wir leben auf Pump - auf Kosten des Bodens und heben Geld ab von einem Konto, auf das wir nie einzahlen. Eines Tages wird das Konto leer sein, unser Dispokredit überzogen und der Boden am Ende. Diese Problematik findet nur selten unsere Aufmerksamkeit oder die unserer politischen Entscheidungsträger. Aber das Recht auf Boden muss gesichert werden und es liegt an uns, die Augen zu öffnen und nicht den Boden unter den Füßen zu verlieren - im Interesse unsere Nachkommen." In diesem Sinne noch einmal Dank an die politisch Verantwortlichen und Bürger, die diese "Situation" erkennen, bevor es zu spät ist !  

Angela
Brogsitter-Finck, Gmund



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