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Lichtblick Verleihung 2016

Liebe Damen der Redaktion (natürlich auch die Herren),

damit Sie zu dem Photo der gestrigen Preisverleihung auch unsere
Laudatio haben, hier wie gestern abend anläßlich unserer
Jahreshauptversammlung erfolgt:

An die Merkur Schlagzeile vom 9./10. März 2013 erinnnere ich mich
genau:  "Bauwut macht Bürgermeister Hafner fuchsteufelswild !" und
"Die Kißlinger Straße schaut aus wie eine Kasernenstraße !"
Seit 2 Jahren muss sich nun der neue Bürgermeister und Gemeindeerat
mit diesen städtebaulichen Problemen auseinandersetzen, die dank der
Stoiber`schen Baugesetzerleichterungen immer komplizierter und
schwieriger geworden sind. Umso erfreulicher, dass die Gemeinde
Rottach-Egern sich eindeutige städteplanerische Ziele gesetzt und
beschlossen hat, sich zur Wehr zu setzen (was wir bereits in unserem
Mitgliederbrief vom 20. Mai 2015 lobend erwähnt haben), der Bauwut
gieriger Unternehmer den Riegel vorzuschieben und sich auch nicht mit
der Androhung einer Millionenklage erpressen zu lassen. Ansonsten, so
Bürgermeister Christian Köck, "drohe nicht nur der Ausverkauf von
Rottach-Egern, wir sind bereits im Ausverkauf begriffen". Und jeder,
der aufmerksam so manches Ortsgebiet durchwandert, weiß, wovon er
spricht. Wo ehemals eine stattliche Villa mit Park oder Garten dem Ort
seinen Reiz verlieh, entstehen "Ensembles, Chalets, Residenzen"  -  3
bis 5 Häuser wie aus der Schablone, ohne Individualität und Charakter.
In diesem speziellen Fall handelte es sich um einen
Normenkontrollantrag, gestellt von einem Bauherrn, der mit Hilfe eines
Baurechtsexperten versuchte, sein Baurecht einzuklagen. Nämlich in der
Karl-Theodor-Straße sein Einfamilienhaus nach Abriß in zwei (2)
Mehrfamilienhäuser zu verwandeln. Der Gemeinderat war sich klar, wenn
wir unseren Ortscharakter verlieren, verlieren wir auch unsere Gäste
und das sahen letztendlich selbst  die Richter ein und entschieden zu
Gunsten der Gemeinde.
In diesem Fall hatte die Gemeinde zunächst eine Veränderungssperre,
dann einen Bebauungsplan für das Gebiet Karl-Theodor-Straße, Kreuz-
und Hubertusweg erlassen, um zu verhindern, dass diese maximale, rein
renditenorientierte Bebauung in diesem Ortsteil Schule machen würde.
Bebauungspläne bedeuten viel Arbeitsaufwand für die
Gemeindeverantwortlichen, wie auch finanzielle Belastung. Aber, um mit
den Worten von Bürgermeister Köck zu schließen: "Rottach-Egern hat als
Touristenort den Anspruch, ein erträgliches Maß an Lebens- und
Liebenswürdigkeit zu bieten und nicht wie ein Vorort von München
auszusehen !"
Zu  BAD WIESSEE kann man sich ähnlich äußern. Hier kämpft
Bauamtsleiter Helmut Köckeis wie in Rottach-Egern, um das Gesicht
seines Kurortes in einigen Ortsteilen durch Bebauungspläne zu wahren.
Gegenwärtig zwischen Söllbach, Ringberg- und Bundesstraße.  Die
Schutzgemeinschaft findet es in unserer Fremdenverkehrsregion überaus
wichtig, dass mittel- und langfristig auch innerörtlich - trotz
Stoiber`scher Verdichtung nach innen - freie Flächen unbebaut bleiben
!
FAZIT:   Wenn unsere Gemeinden die Möglichkeiten nutzen, mit
Bebauungsplänen eine wundersame Vermehrung von Bausubstanz  und
Bauverdichtung zu vermeiden, kann das nur sinnvolll im Interesse einer
attraktiven Landschaft für Gäste und Einheimische sein.  Unsere
"Lichtblick-Laterne"  wird verliehen für diese SPEZIELLE AKTION der
beiden Gemeinden. Es mach Mut und ermuntert vielleicht zu weiteren
landschaftserhaltenden Maßnahmen !!!!
Es wäre wünschenswert, wenn auch das Landratsamt als
Entscheidungsträger die Gemeinden in ihren Bemühungen zur
Selbtbeschränkung unterstützen würde !!!  Im Übrigen hat mir eine
Architektin und Professorin für Architektur an der TU München
bestätigt, dass in einem landschaftlich begrenzten Raum auch der
berüchtigte Paragraph 34 ! (der den Maßstab setzt für die bebaute
Umgebung) trotz allem ein Auslegungsparagraph mit Ermessungsspielraum
sei !

Zum Abschluß einen Satz unseres Architektenfreundes Heiner
Förderreuther:   "Was das Tal braucht, ist nicht frisches Kapital,
sondern einen frischen Geist !"
HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH UNSEREN DIESJÄHRIGEN PREISTRÄGERN , dem
Gemeinderat von Rottach-Egern und von Bad Wiessee  !!!



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