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Jahresrückblick 2016

SGT-JAHRESHAUPTVERSAMMLUNG am 21. Juli 2016 in der Naturkäserei

Gedenken und Schweigeminute für die 2015/16 verstorbenen Mitglieder.

Auch im Jahr 2015/16 hat die SGT wieder zu Vorträgen hervorragender Referenten

eingeladen:

Prof. Dr. Werner BÄTZING, DER Alpenforscher Europas , „Die Verwilderung der ALPEN!“

Thomas LAUER, Architekt u. Bauberater des Bayerischen Landesvereins für Heimatpflege ,

„Erhalten und Gestalten !“

Dr. Hadumod BUßMANN, Professorin und Autorin eines Buches über „THERESE Prinzessin

von BAYERN“;

Bertram VERHAAG, Filmemacher und Regisseur „Der Bauer und sein Prinz“ sowie weiterer

Filme zum Thema ÖKOLOGISCHE LANDWIRTSCHAFT ;

Lois HECHENBLAIKNER, Tiroler Fotograf und Buchautor „ALPENGLÜHEN – von Paradiesen

und Apokalypsen“ ;

Alfred RINGLER, Naturkundler, „TEGERNSEER TAL und BERGE im Wandel der Zeit !“

RÜCKBLICK :

Kürzlich habe ich einen MM Artikel vom September 2007 wieder gelesen. Überschrift:

„BAYERN VERSIEGELT AM MEISTEN NATUR !“ und „KEIN BUNDESLAND ASPHALTIERT

TÄGLICH MEHR BODEN UND VERSIEGELT TÄGLICH MENR NATUR ALS BAYERN – UND DAS

SEIT JAHREN ! Es braucht nur das Wort Wachstum oder Profit zu fallen. Wenn Stoiber,

Huber, Faltlhauser, Beckstein, Ude, von Heimatbewahrung in Bayern sprechen, dann ist das

so, als wenn darüber diskutiert wird, ob Präsident Bush den Friedens-Nobelpreis erhalten

soll !“ So der Münchner Merkur im Jahre 2007. Und heute – 2016 – haben wir gerade

letzte Woche lesen können, dass das Bayerische Kabinett den Vorschlägen unseres

sogenannten „Heimatministers“ gefolgt ist und die Fortschreibung des Landesentwicklungs-

programms beschlossen hat, d.h. die bayerische Landesentwicklung soll künftig flexibler,

dezentraler und regionaler werden. Unser auch als „Heimatzerstörungsminister“ betitelter

Heimatminister Söder ist der Überzeugung:

„Ländlicher Raum gehört nicht unter die Käseglocke, sondern ist Lebens- und Zukunftsraum,

d.h. in anderen Worten: es gelten für ihn hauptsächlich wirtschaftliche Interessen und mit

der Heraufstufung vieler Gemeinden zu Mittel- und Oberzentren verfolgt er das eindeutige

Ziel, noch leichter Gewerbegebiete auf der grünen Wiese ausweisen zu können. Außerdem

soll das Anbindegebot – gegenwärtig noch im Landesentwicklungsplan festgeschrieben -

durch Ausnahmen so aufgeweicht werden, dass es faktisch nicht mehr besteht ! Einem

weiteren unsinnigen Konkurrenzkampf der Gemeinden und einem unkontrollierten

Flächenverbrauch werden damit Tür und Tor geöffnet. Gleichzeitig lesen wir diese

Woche, dass vor allem auch Oberbayern bei der Umsetzung der Europäischen

Naturschutzgebiete, der sog. FAUNA-FLORA- HABITATE im Rückstand ist und wegen dieser

zögerlichen Umsetzung der FFH-Richtlinie bereits 2015 ein Vertragsverletzungsverfahren

eingeleitet wurde. Franz Kotteder von der Süddeutschen Zeitung schreibt wie immer

treffsicher auf den Punkt kommend: „Man kann, laut Söder, seine Heimat nicht nur einfach

so mit Landschaft füllen, das wäre nicht genug. Bislang werden nur ! 18 Hektar! pro Tag!

zugebaut, da ist`s kein Wunder, dass der ländliche Raum total verödet ! Bayern braucht

also dringend 100, ach was, 1000 neue Gewerbegebiete, das ist Heimat ! Deshalb muss die

Staatsregierung ja noch nicht abrücken von dem einstigen Ziel, den Flächenverbrauch zu

drosseln. Viel Fäche verbrauchen z.B. sinnlos in der Natur herumlaufende Hühner und

Schweine. Für die gibt es das Platz sparende System der Massentierhaltung, das jetzt in

Bayern an Boden gewinnt !“ so Franz Kotteder von der SZ.

Aber nun zu UNSEREM DIREKTEN UMFELD :

BAD WIESSEE: vor einigen Tagen folgte die SGT einer Einladung der beiden Architekten des

Unternehmers Dr. Strüngmann. Sie stellten die momentan existierenden Pläne für das 4 – 5

Sterne Hotel an Wiesseer Ufer vor. 190 – 210 Zimmer, ein gewaltiger Bau in Hufeisenform,

die beiden Längsriegel auch in die Hochwasserlinie reichend. Die SGT wartet die

Entscheidung des Gemeinderates ab und wird sich dann detailliert äußern. Was die Pläne

für das Jodschwefelbad-Areal angeht, so scheinen die zuletzt vorgestellten Pläne des

Architekten Matteo Thun einer Mehrheit im Gemeinderat gefallen zu haben.

Fragen hierzu kann mein Kollege Johannes von Miller beantworten, der Mitglied des

Arbeitskreises ist.

Endloses Kapitel BAUER IN DER AU ! Geplant wird weiter, große Tiefgarage, Erweiterung des

Gasthauses. Verschiedene andere Bautätigkeiten an Almen, Stadel und Wohnhaus wurden

bereits getätigt. Wann allerdings die drei Lokalitäten des Herrn Haslberger der Öffentlichkeit

wieder zur Verfügung stehen werden, steht in den Sternen, weiß offensichtlich niemand,

außer ihm selbst ! Hier scheint weiter Geduld gefordert.

Auch Herr EBSTER baut weiter, obwohl er bereits etliche Male ein gutes Geschäft auf Basis

eines Rechtsbruchs (illegale Baumfällungen) gemacht hat. Unsere Talbürgermeister, so Fritz

Joachim, sollten sich zusammenschließen und solch gierigen Bauspekulanten zukünftig keine

Baugenehmigungen mehr erteilen ! Dieses Recht hat sich Herr Ebster verwirkt !

Eines meiner Lieblingshäuser in Bad Wiessee – das wunderschöne HAUS EDELWEISS – wurde

brutal weggerissen, Tatsachen geschaffen. Und momentan passiert gar nichts, das

Seniorenwohnprojekt stockt !

TEGERNSEE: Das NEUER-Haus am Leeberg hat selbst die Bild-Zeitung auf den Plan gerufen.

Man könnte meinen, unser Nationaltorwart zöge demnächst dort mit der halben

Mannschaft ein.

Die ORTHOPÄDISCHE KLINIK startet einen Neuanfang und will nun ihre neuen Pläne

umsetzen. Die Änderung des Flächennutzungsplans, wie des Bebauungsplans, wurden vom

Stadtrat einstimmig befürwortet. Tegernsee hält verständlicherweise an der Klinik an diesem

Standort fest . Auch wenn die Bebauung massiv wird, wenigstens sind die

größenwahnsinnigen Neubaupläne am Seeufer der Point vom Tisch. Die Hotelpläne des AJA-

HOTELS sind gescheitert. Diesem angeblichen Billig-Hotel- Projekt brauchen wir keine Träne

hinterherweinen. Der Verlust ein Gewinn für unser Tal. Es stehen nun neue Pläne für eine

Klinik im Raum. Wir sind gespannt. Das sogenannte ALM-DORF hängt noch in den Seilen.

Herr Käfer will das umstrittene „Heidi-Land- Projekt“ realisieren, aber offensichtlich ist

noch nichts unterschrieben.

GMUND : Was soll man zu Gmund sagen – so mancher glaubt schon, hier sei „Hopfen und

Malz verloren“. Der Kreistag hat – so Landrat Wolfgang Rhezak – in seinen (Rhezak`s ) 18

Jahren der Mitgliedschaft - erst 2 Herausnahmen aus unseren Landschaftsschutzgebieten

ABGELEHNT und zwar am Osterberg und der Münchner Straße in Gmund. Für den Osterberg

hat Bürgermeister von Preysing sofort einen Ausweg gefunden, eine 1990 erfolgte

Inaussichtstellung für diese Bebauung; aktuell sind bereits Tatsachen

geschaffen , 2 große Baugruben ausgehoben. Das LANDBADER-FELD in Dürnbach ist so

dicht bebaut, dass die einzelnen Gebäude kaum Luft zum Atmen haben, die Baustile sind

bunt durcheinander gewürfelt und der vom Großvater gepflanzte Hag des Herrn

Schmidbauer, dem anfänglich ein Abstand von 13 Metern zugestanden wurde, endete mit

nur 5 m und die wurden nicht einmal an allen Stellen eingehalten. An der KKREUZSTRAßE

wurde gerade der 3. Bauabschnitt der Tegernseer Brauerei auf einem insgesamt 30 000

Quadratmeter großen Areal im Landschaftsschutzgebiet in Angriff genommen.

Und wie es nach Fertigkstellung des Wohnhauses und REWE-Marktes neben dem

denkmalgeschützten Gastof MAXIMILIAN nun ausschaut, davon soll sich jeder selbst ein Bild

machen. Wenigstens, so Brauhaus-Geschäftsführer Christian Wagner, geht der

Wiederaufbau des MAXIMILIAN – innen wie außen – zügig voran. Hoffentlich !

Nun zu GUT KALTENBRUNN : Was den Parkplatz oberhalb des Gutes im LSG angeht, so ist

im Augenblick eine kurze Ruhepause erreicht. Im Frühjahr geht es allerdings mit Sicherheit

wieder los. Viele von Ihnen werden sich an die Zeiten von Jupp Brenner in Kaltenbrunn und

der Thailänderin Vipa im Strandbad erinnern. Nie gab es Probleme mit parkenden Autos.

Die SGT erreichten vor allem Vorschläge zu einem Parkdeck (der jetzige Parkplatz sollte

etwas tiefer gelegt werden und ein Parkdeck mit Holzverschalung und Begrünung rundum

obendrauf). Herr Käfer sprach in letzter Zeit verschiedene Male öffentlich von Nachhaltigkeit

- bei dem stets ansteigenden Verkehrsaufkommen im Tal MÜSSEN alternative

Möglichkeiten in Erwägung gezogen werden, wie z.B. irgendwann vielleicht ein großer

Parkplatz an der Kreuzstraße und ein Shuttle-Service. Und Herr Käfer könnte eine

Vorreiterrolle übernehmen ! Auf alle Fülle sollte man auf Gut Kaltenbrunn darüber

nachdenken, dieses Juwel nicht zu einem massentouristischen Ort verkommen zu lassen.

Was wild parkende Autos angeht, so kann dieses Problem leicht gelöst werden durch

Schilder, dass der untere Parkplatz ausschließlich Gästen des Gasthauses vorbehalten bleibt

und wild parkende Autos am Straßenrand durch die Polizei abgeschleppt werden.

Bürgermeister von Preysing hat sich in einem nicht sehr freundlich gehaltenen Brief an die

SGT gewandt, um seinem Ärger über unser anwaltliches Schreiben Ausdruck zu

verleihen. Der Vorstand hat entsprechend sachlich geantwortet. Auch gegenüber Herrn

Käfer wurden noch einmal 3 wichtige Passagen aus dem Gerichtsurteil von 2008

vorgetragen:

„Angesichts des hohen Rangs des Denkmalschutzes im Allgemeinen und der Bedeutung des

Gutes Kaltenbrunn im Besonderen muß der Eigentümer es grundsätzlich hinnehmen, dass

ihm eine möglicherweise rentablere Nutzung des Grundstücks verwehrt bleibt. Die in den

fachlichen Stellungnahmen zum Ausdruck kommende wertende Verbindung des Denkmals

mit seiner landschaftlichen und städtebaulichen Einbindung entspricht einem allgemeinen

denkmalschutzrechtlichen Prinzip, das der Umgebung des Denkmals und seinem dadurch

mitbestimmten Erscheinungsbild auch rechtliche Relevanz verleiht. Während einerseits das

Denkmal auf seine Umgebung einwirkt, gestaltet auch umgekehrt die Umgebung das

Erscheinungsbild des Denkmals und vermag so seine Bedeutung zu beeinflussen !“

Deutlicher kann man es nicht ausdrücken!

KREUTH: Hoffen wir, dass Herzogin HELENE ihre Ankündigungen für WILDBAD KREUTH

wahr macht - Qualität, Nachhaltigkeit, Authentizität – und dieses Juwel und Naturidyll nicht

dem meistbietenden Investor zum Fraße vorwirft. Das Musikfest hat momentan – fern von

seinem Original-Standort - offensichtlich keinen einfachen Stand. Erfreulich, dass die

Gemeinde KREUTH einen erneuten Anlauf gestartet

hat, die Kriterien eines „BERGSTEIGER-DORFES“ zu erfüllen.

Und noch einige allgemeine Punkte : Zeitplan für den HOCHWASSERAUSGLEICH : Vier Jahre

Bauzeit für einen 20 – 30 cm niedrigeren Wasserspiegel , der die Tegernseer Anrainer, wie

angekündigt, vor Millionenschäden bewahren könnte. Eine Unterwasserbaustelle bis 2024;

der See wird steuerbar. Ab 2020 sollen in Gmund die Voraussetzungen für den

Hochwasserausgleich geschaffen werden. Die Gmunder müssen sich auf eine „unvorstellbare

Baustelle“ einstellen, so Frau Schultes-Jaskolla, die noch hinzufügte: man könne sie vielleicht

sogar als touristische Attraktion vermarkten ! Klingt etwas zynisch. Aber bis dahin wird noch

einiges Wasser die Mangfall hinunterlaufen.

Bei der ENERGIEWENDE OBERLAND ist die SGT in Kontakt mit dem Vorsitzenden Joseph

KELLNER. Unser Mitglied Karl SCHÖNBAUER ist äußerst aktiv bei unserer hiesigen ATTEK

(Arbeitskreis Tegernseer Tal Energie & Klimaschutz). Wer Interesse hat, wende sich an Herrn

Schönbauer in Bad Wiessee.

Mit dem Photographen Robert SCHLAUG (sein Bildband: Die Schattenseite Bayerns) sind wir

ebenfalls in Kontakt. Wir planen einen ähnlichen Bildband über das TEGERNSEER TAL

„vorher und nachher“, unterstützt vom BN Voirsitzenden Prof. Dr. Hubert WEIGER. Wer alte

Photos besitzt, bitte melden.

Unser „neuer“ Touristikchef Stefan KÖHL war uns nach dem zweistündigen Antrittsbesuch

und Gespräch sehr sympathisch. Er überrachte uns mit dem Satz: „STILLE UND SINNSUCHE

ENTWICKELN SICH IM TOURISMUS ZUM NEUEN LUXUS ! Nun ist er unter mysteriösen

Umständen entlassen worden, die Öffentlichkeit rätselt nach wie vor.

Zum BUNDESVERKEHRSWEGEPLAN (BVWP) hat die SGT zwei ablehnende Stellungnahmen

für GMUND und WAAKIRCHEN abgegeben. Eine alte Weisheit besagt: wer Straßen sät, wird

Verkehr ernten ! Wir warten die Entscheidung von Herrn Dobrindt ab.

Unser unermüdliches Mitglied Karl BRUTSCHER aus Miesbach kämpft weiter gegen die

ständigen Herausnahmen aus unseren Landschaftsschutzgebieten. Im Mittelpunkt seiner

Argumentation: seit März 2011 steht im Bayerischen Naturschutzgesetz (Naturschutz-

Protokoll Art. 11/Abs.1) zum SCHUTZ DER ALPEN: „Der Freistaat kommt dieser Verpflichtung

auch durch den Vollzug verbindlicher internationaler Vereinbarungen, insbesonders der

ALPENKONVENTION nach !“ Vor einigenTagen wurde im Kreistag mit 31 zu 26 Stimmen über

einen Antrag der CSU/ Hr. Bierschneider und FW/Hr. Kerkel darüber abgestimmt, einen

neuen Arbeitskreis zu gründen, der Kriterien umd Regeln zur Herausnahme von Flächen aus

dem LSG im Landkreis erarbeiten soll. Hier fällt einem spontan der Satz ein: Und wenn ich

nicht mehr weiter weiß, dann gründe ich einen Arbeitskreis ! Wir haben bereits einen

UMWELTAUSSCHUSS , einen NATURSCHUTZ-BEIRAT , was noch ?

Erinnerung an unseren geplanten Besuch der STAATSKANZLEI unter Führung unseres neuen

Mitglieds Manfred HOLTHOFF am 27.7.16 um 11:30 Uhr.

DANK an meine Kollegen Kathrin Weber, Johannes von Miller, Andrea Schack, James

Lürman, Viktoria Ziegleder, Siegfried Thalmaier und unseren unermüdlichen Photographen

und Leserbriefschreiber Hans-Jürgen Menge ! sowie an alle alten und neuen Mitglieder der

SGT.

Abschließend zwei Sätze, die sich mir im vergangenen Jahr besonders eingeprägt haben:

DIE LIEBE ZUR HEIMAT IST SELBSTBEHERRSCHUNG DER LEBENSFÜHRUNG !! und ein Satz –

man möchte es nicht glauben – den Arnold Schwarzenegger kürzlich in einem Interview

äußerte: „IN MEINER JUGEND IN ÖSTERREICH WAREN DIE NATUR, DIE UMWELT, DIE

QUELLE UNSERES LEBENS !“ Wenn die Menschen das mal wieder verinnerlichen würden !

Herzlichen Dank !

Angela Brogsitter-Finck



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