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Was an Landschaft und Kultur verloren gegangen ist - und noch verloren gehen kann!

Kommentar zum Abriss der alten Villa und zu den Landschafts-Veränderungen oberhalb der Leeberg-Kurve in Tegernsee:

Was an Landschaft und Kultur verloren gegangen ist -
und noch verloren gehen kann!


Villa seitlich mit ohne Balkon  2.9.2012

Die Seitenansicht der Villa zeigt die Situation ohne Balkon und Dachüberstand – zumindest zeitlich gesehen: Nach der Baumfällung direkt daneben (Der stattliche Baum ist im Zeitungsbeleg vom 03.01.2011  noch prägend vor der Villa zu sehen – einfach bei Google eingeben:  Alte Villa Leeberg Merkur!)).

Wer hat denn eigentlich verursacht, dass diese einstmals schützenswerte Villa aus dem Jahre 1860 nun abgerissen werden muss? Und: Wer hat es nicht verhindert? Seit 25 Jahren gehen in der Stadt Bauanträge von möglichen Käufern ein, berichtete die Tegernseer Zeitung. Wer auch immer in diesen Zeiten Besitzer war: Alle haben das dominante Bauwerk, so scheint’s, als reines Spekulations-Objekt angesehen, aber nichts für den Erhalt getan. Obwohl die Villa 1992 unter Denkmalschutz gestellt wurde. Da hätte eine Denkmalschutz-Behörde sogar Zwangsmaßnahmen vornehmen lassen können. Irgendwann wurde der Schutz dann aber doch aufgehoben. Wegen Schwammbildung, erinnern sich einige. Aber jetzt weiß das Landratsamt, dass es seit den 1990 er Jahren bekannt ist, dass das alte Gebäude mit Wohngiften wie Lindan verseucht ist. Dabei ist es keine Frage: Der traurige Zustand lässt nur noch im kargen Rest den einstigen Glanz erkennen.


Luftaufnahme 19.8.2012


Eine Luftaufnahme vom August 2012 macht ein weiteres Kapitel in der Umgestaltung der Landschafts-Kante über der Leeberg-Kurve deutlich: Damals rissen Bagger hinter der Villa den alten Hausbestand ab, gruben den Hang dahinter weit nach oben kräftig ab und löffelten eine tiefe Bau-Grube in das felsige Gelände. Da blieb dann damals kein Platz für eine zweite Baustelle. Interessanter Weise fanden sich damals auf dem Baustellen-Schild neben dem Bauträger “Schleunung” auch “Tegernseer Grund” und eben auch die “Immowelt”. Gut möglich, dass alle erst mal das “Hang-Projekt” fertigstellen und auch verkauft haben wollten, bevor die Landschaft erneut umgegraben wird.

Noch ein Clou: Eines der neu geplanten Häuser anstelle der alten Villa würde zumindest teilweise in den Außenbereich und damit in den Landschaftsschutz hineinragen. Sagte zumindest die Stadt Tegernsee bei der Ablehnung eines damaligen Bauantrags. Das Landratsamt aber (so die Tegernseer Zeitung am 17. Dez. 2014) erteilte die Baugenehmigung trotzdem. Mit der beigefügten Luftaufnahme können alle Beteiligten erkennen, was dort an Landschaft verloren gegangen ist und was noch verloren gehen kann. Den Bauträgern aber könnte auffallen, dass sie den Begriff “baufällig” längst abgewandelt haben in ein: “ . . . (neuer) Bau fällig!”


Am Schicksal der Villa wird das alles logischerweise nichts mehr ändern. Aber: Vielleicht lässt sich die Landschaft an der Leeberg-Kurve zumindest so noch erhalten?
Hans Jürgen Menge




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