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Teure Heimat - 2. Teil:

Das “Sonnenmoos-Ensemble”
in Rottach-Egern

Ob sich die innerörtliche Bauverdichtung am innerörtlichen Bedarf ausrichtet?
Statt einer freistehenden Villa aus dem Jahr 1936 entsteht nun an der Sonnenmoosstr. in Rottach-Egern “ein Ensemble” von stattlichen 3 Mehrfamilien-Häusern - mit Eigentumswohnungen bis zu 230 qm. Alles auf der gleichen Fläche, ziemlich massiv und deutlich auf Zweitwohnungs-Kunden zugeschnitten. Baurechtlich ist gegen diese Art der Bebauung kaum etwas zu machen – egal ob  für Einheimische oder Neu-Einwohner. Von den vervielfachten Einwohner-Gleichwerten (Abwasser) her auch nicht.  Nachdenklich stimmt vor allem, dass sich dieses sogenannte “Stück bayerischer Lebensart zwischen Wallberg und See in sonnigster Lage von Rottach-Egern” (so steht’s im Verkaufsprospekt) offensichtlich  nicht am heimischen Bedarf ausrichtet. Bereits der Einleitungstext macht deutlich, für welches Käufer-Publikum diese Bauverdichtung stattfindet:
“Hier ist der schönste Platz auf der ganzen Welt .... soll der große Opernsänger Leo Slezak beim Blick auf den Tegernsee ausgerufen haben”. Und: “Viele, die nur einmal einen Fuß in diesen Landstrich setzten, werden ihm beipflichten”.

Ob diese Anpreisungen sich tatsächlich an Menschen wenden, die  jeden Tag ihren Fuß in diese Landschaft setzen? Die nach langen Jahren der Zwangs-Bewirtschaftung erlebt haben, wie sich die Abwasserwerte überraschend - aber auch nicht unendlich – vermehrten. Und die wissen, dass sich zwar ein Klärwerk erweitern ließe, wohl aber kaum der Ringkanal um den See. Nicht, dass hier vom Ausverkauf der Heimat geredet werden soll, die nicht beliebig erweiterbar ist. Aber: Es wird schon vom Projekt und der Verkaufs-Argumentation her offensichtlich, dass hier eine finanzkräftige Klientel für die Zweitwohnungs-Steuer angeworben wird. Von Bauträgern, die auch längst nicht alle von hier sind, aber vom Marktwert unserer schönen Heimat profitieren.

Eine Aufnahme aus dem Baujahr 1936, als das Sonnenmoos noch ein Sonnenmoos war ... und die Villa ziemlich allein auf weiter Flur stand.

Eine Aufnahme aus dem Baujahr 1936, als das Sonnenmoos noch ein Sonnenmoos war ... und die Villa ziemlich allein auf weiter Flur stand.

 

Die Villa kurz vor dem Abriss. Es gab einen Kauf-Interessenten, der sie für sich selbst herrichten wollte. Ein Bauträger bot aber mehr.

Die Villa kurz vor dem Abriss. Es gab einen Kauf-Interessenten, der sie für sich selbst herrichten wollte. Ein Bauträger bot aber mehr.

 

Im Vordergrund das zweite Haus. Dahinter der Rohbau vom ersten. Das dritte kommt dann links noch dazu. Ziemlich konzentriert das Ganze.

Im Vordergrund das zweite Haus. Dahinter der Rohbau vom ersten. Das dritte kommt dann links noch dazu. Ziemlich konzentriert das Ganze.


 

Es kommt auf die Perspektive an. Da wirkt das Haus dahinter fast schon versteckt. Und dass ein drittes Haus im schrägen Winkel dazukommt, ist nicht ersichtlich.

Es kommt auf die Perspektive an. Da wirkt das Haus dahinter fast schon versteckt. Und dass ein drittes Haus im schrägen Winkel dazukommt, ist nicht ersichtlich.

 

Zur Ergänzung
Da sieht man, wie der schräggestellte Block auf den Geraden Block in der Achse mit dem schon überdachten, ersten Blocks trifft: Drei massive Baukörper auf engstem Raum. Dagegen wirkt ja sogar der Erhard-Platz in Gmund wie ein weitläufiges Terrain.

Was wirklich verwundert, ist die Aussage von Bauamtsleiter Hübsch, man habe in persönlichen, zweimaligen Verhandlungen eine Reduzierung des ursprünglich geplanten Umfangs erreicht und man habe dabei die Bausubstanz des Rupertihofs als Bezugspunkt akzeptieren müssen. Zugegeben: Mit der Baustellen-Einrichtung sieht das Ensemble natürlich noch geballter aus als ohnehin .... aber ein Vergleich mit der Rupertihof-Bebauung scheint da gewaltig daneben gegriffen.







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