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SGT Rundschreiben

Liebe Mitglieder und Freunde der SchutzgemeinschaftTegernseer Tal,
„aller guten Dinge sind drei!“ Begonnen hat unser 40-jähriges Jubiläumsjahr vergangenen Februar mit dem
exzellenten Vortrag von Prof. Dr. Egon Johannes Greipl, Generalkonservator des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege in München, zum Thema „Historisches Erbe und Bürgerliches Engagement“; im Juni begeisterte uns der berühmte Dokumentarfilmer Dieter Wieland mit seinen Memoiren eines Unbeugsamen“ und nun sind wir stolz, die Zusage eines weiteren herausragenden Prominenten erhalten zu haben.

Am Donnerstag, 29. November 2012, 19:30 Uhr,
im Barocksaal des Tegernseer Schlosses in Tegernsee,

spricht unser Ehrenmitglied und „Städtebau-Papst“ Prof. Dr. KARL GANSER, Mitbegründer der Stiftung Baukultur, zu dem Thema


„LÄSST SICH TOURISMUS KULTIVIEREN ?“

Nach dem Studium der Chemie, Biologie und Geographie promovierte Prof. Ganser 1964 an der TU München und wurde im gleichen Jahr Assistent und Dozent am Geographischen Institut der TH München. 1967 wechselte er als Projektleiter zum Stadtentwicklungsreferat der Landeshauptstadt München. 1970 habilitierte er und ging anschließend als Leiter des Instituts für Landeskunde nach Bonn, leitete die dortige Bundesfor-schungsanstalt, wurde Abteilungsleiter für Städtebau im nordrheinwestfälischen Ministerium für Landes-und Stadtentwicklung. Als Geschäftsführer der internationalen Bauausstellung Emscher Park im Ruhrgebiet (1989) erwarb er sich ideenreich, agil und überzeugend in 10 Jahren der Umgestaltung den Ruf, „der Archi-tekt des neuen Ruhrgebiets“ zu sein (so der damalige Ministerpräsident und spätere Bundespräsident Johannes Rau)! Auch im Ruhestand ist der temperamentvolle Schwabe für gutes Bauen und Kulturerhalt vielfältig engagiert. Zusammen mit dem Architekten Prof. Busso von Busse war Prof. Ganser prominenter Mitkläger in der Popularklage „Gut Kaltenbrunn“, standund steht uns bis heute mit Rat und Tat zur Seite. Er wirkte mit bei der Bewerbung Augsburgs um den Titeleiner europäischen Kulturhauptstadt, ist Kuratoriums-mitglied für das Augsburger Pax-Programm und war inDresden involviert im Streit um die Waldschlösschenbrücke. Immer orientiert er sich auch an ökologischen Belangen und setzte sich ein für den Erhalt von Industriedenkmälern, verhinderte u. a. den Abriss der Essener Zeche Zollverein und des Stahlwerks in Duisburg.
Unzählige Ehrungen wurden ihm zuteil: 1999 Ehrendoktorwürde der Ruhr-Universität Bochum, 2003 Staatspreis des Landes Nordrhein-Westfalen, 1995 Träger des Ehrentitels „Bürger des Ruhrgebiets“. Den „Kultur-groschen“ des Deutschen Kulturrates nahm er 2001 nicht an aus Protest gegen die Zerstörung eines Industriedenkmals. 2007 Bayerischer Naturschutzpreis für jahrzehntelanges Engagement in Bezug auf Stadterneuerungsprojekte, Flächen-Natur- und Umweltschutz! Der erste Schritt für Karl Ganser ist immer, ein Vorhaben in die Köpfe der Menschen zu bringen, dass es so populär wird, dass man z.B. ein Denkmal nicht mehr abreißt; es eine Last sein kann, aber eine, die man liebt! Das Augsburger Gaswerk z.B., wo heute bei Gewerbebauten kühle Zweckmäßigkeit regiert, ragt dieser Standort heraus, eine grüne Oase der Schönheit in einer gewerblichen Wüste! Wir sind froh und dankbar, dass auch wir am Tegernsee in den Genuss seines immen-sen Fachwissens, seiner großen Erfahrung und seinervisionären Tatkraft kommen! „Jedes künftige Bauwerk sollte eine Bereicherung für das Ortsbild sein und – so Ganser – sagen Sie im Zweifelsfall doch NEIN!“ Wir freuen uns auf einen spannenden Abend und hoffen, dass viele von Ihnen dabei sein werden ! Zu einer weiteren Veranstaltung möchten wir Sie herzlich einladen. Auf vielfachen Wunsch werden wir am

Donnerstag, 18. Oktober 2012, 19:30 Uhr,
in der Naturkäserei Tegernseer Land


aus der BR-Reihe „Unter unserem Himmel“ den Film „Das geschundene Tal – Bauboom am Tegernsee“ von
Dr. Meinhard Prill noch einmal zeigen. AnschließendDiskussion und gemütliches Beisammensein. Bringen
Sie doch auch ihre Freunde mit!
In den letzten Wochen haben uns neben Bauprojekten in Bad Wiessee (Klosterjägerstrasse), in Tegernsee
(Fromundstraße) und Erweiterung Hotel Westerhof von100 auf 300 Betten, in Marienstein (Lanserhof) und
vor allem das geplante „Almdorf“ im Tegernseer Landschaftsschutzgebiet beschäftigt. Schon Anfang August haben wir uns in einem Schreiben an Bürgermeister Peter Janssen, mit zahlreichen Fragen gewandt, z.B. zur Herausnahme aus dem Landschaftsschutzgebiet, Anordnung zur Aufhebung, dem Begriff „hoher Standard“, wie auch der Verkehrssituation auf den Zufahrten. Die Antwort vom 2. Bürgermeister Anton Staudacher lässt viele Fragen offen, die vielleicht bei einer Podiumsdiskussion am 08.10.2012 im Gasthof Schandlbeantwortet werden. Lassen wir uns überraschen. Ein Gemeinderat einer Nachbargemeinde bemerkte kürzlich, was ihn besonders an dieser Planung ängstige, sei der Präsedenz- und künftige Bezugsfall. Was die Tegernseer können und dürfen, das wollen wir auch und die ständig zunehmende Bodenversiegelung schreitet weiter voran.
Die Popularklage unseres Miesbacher Mitglieds Karl Brutscher, unermüdlichem und mutigem Streiter für
unsere einmalige Egartenlandschaft, ist leider gescheitert. David gegen Goliath! Warum heißt ein Landschaftsschutzgebiet eigentlich Landschaftsschutzgebiet , wenn es bei bestimmten kommerziellen Interessen keinen Schutz mehr genießt? Und wenn völkerrechtliche Verträge wie die ALPENKONVENTION zum Schutz der alpinen Landschaft einfach missachtet und ausgehebelt werden? Der neue Entwurf des LEP (Landesentwicklungsprogramms) der bayerischen Staatsregierung geht in diese Richtung. „Bayernland, oh Du merkwürdiges Möbelmarkt-Baumarkt-Elektromarkt-Wunderland, Land der Trachten-Outlets, Einkaufspaläste am Ortsrand, Land der Bürgermeister außer Rand und Band, die ein Gewerbegebiet nach dem anderen ausweisen“ – so das Bild, das der Bund Naturschutz vom Freistaat hat. Die SZ schrieb am 24.07.2012 „Kahlschlag im bayerischen Paradies“ – wie Stück für Stück die einzigartige Haglandschaft in unserem Landkreis verschwindet. Schon rund um München könne man in 50Möbelmärkten einen Tisch kaufen – aber es gibt keine Natur mehr! Um diese fatale Entwicklung zu bremsen, braucht es wache, engagierte Bürger wie Karl Brutscher, der – wie er sagt – „es zumindest versucht hat“. Sein Handeln hat viel Beachtung erfahren, vor allem von medialer Seite und er gibt noch nicht auf, erwägt Schritte auf europäischer Ebene. Angesichts der engen Verbindung der Politik zur Wirtschaft, zu Industriekonzernen und Investoren, dem Denken in Geld und Wachstumsfixierung wird es für die „Verhinderer“ immer schwieriger. „Statt Leitplanken für eine zukunftsfähige Landesentwicklung, eine ökologische Energie- und Verkehrswende und den Stopp des enormen Flächenverbrauchs zu setzen, fallen nun die letzten Hürden für den Flächenfraß!“
Wir sind im Moment dabei, unseren Internetauftritt zu überarbeiten, um dem aktuellen Geschehen mehr Gewicht zu geben. Inhaltliche Vorschläge oder Fotos von ihrer Seite zu Flächenfraß, Bausünden, Landschafts- oder Denkmalzerstörung, aber auch positive Beispiele, sind sehr willkommen und würden das Ganze leben-diger gestalten. (info@schutzgemeinschaft-tegernseer-tal.de).


Zum Schluss noch eine herzliche Bitte:
Streichen Sie den 18. Oktober (Naturkäserei) und den 29. November 2012 (Barocksaal)
dick in ihrem Kalender an, damit wir unser Jubiläumsjahr mit vielen von Ihnen beschließen können. Anfang
des neuen Jahres freuen wir uns auf den bekannten Architekten Heiner Förderreuther, der uns vor 2 Jahren
mit seinem Vortrag begeisterte (Thema 2013:“Das Tegernseer Tal und das Brutto-Sozialprodukt“).
Wir wünschen Ihnen allen einen goldenen Herbst und freuen uns auf ein Wiedersehen!

Mit herzlichen Grüßen
Angela Brogsitter –Finck
für den Vorstand



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